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17. August 2009 1 17 /08 /August /2009 12:59
Man schreibt und schreibt, dann steht man ganz kurz auf um sich eine neue Tasse Kaffe zu holen und dann merkt man, dass das Eingabefeld des Textverarbeitungsprogramms nicht angeklickt war bzw. sich nach ein paar Sätzen verabschiedet hat. Der Text wurde also niemals geschrieben. Habe ich vielleicht nur gedacht, dass ich geschrieben habe? Wenn ja, was habe ich wirklich gemacht? Wenn nicht, wo ist der Text hin? Gibt es so etwas wie ein Festplatten-Nirwana, wo sich all die vielen anscheinend nicht geschriebenen Texte tummeln und mich stillschweigend auslachen?

Kennt ihr das?

Furchtbar. Da schreibe ich aufgrund eines Gedankenblitzes ein paar Zeilen um meinen Plot zu ergänzen und dann so was! Klar, noch mal schreiben ginge natürlich, aber es ist weg. Vergessen. Im Nirwana.
Die ganze Arbeit umsonst. Na, hoffentlich freuen sich die anderen Texte im Nirwana, dass sie nun Zuwachs bekommen haben. Obwohl, was ist denn wenn sich diese Texte paaren, so wie "andere Lebewesen"? Erscheint mir ein text, welcher aus zwei verschiedenen Texten zusammengewürfelt wurde urplötzlich auf dem Bildschirm?
Fragen über Fragen...

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Published by kreative-literatur - in Allgemein
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Kommentare

Kiat Gorina 08/23/2009 09:01

Ja, das kenne ich auch! Bei mir kommen die Gedankenblitze bei den verschiedensten Arbeiten, am meisten, wenn ich auf meinem Misthaufen stehe. Da überkommt es mich immer wieder, also gleich ins Haus geflitzt und in den PC gehämmert. Der steht immer auf Standby.

Einmal kamen wir nach Hause, da war eingebrochen worden: nichts gestohlen, sondern alle Festplatten funktionsunfähig, alle CDs mit Sicherungen des Textes meines Buches zerkratzt. Also hat da jemand gezielt versucht, mein Buch zu verhindern.

Ich war wütend, furchtbar wütend. In den PCs wurden neue Festplatten eingebaut, ich setzte mich hin, und schrieb neu. An einem einzigen Abend schrieb ich vierzig Seiten am Stück. Und diese vierzig Seiten wurden besser als alles andere, was ich bisher geschrieben hatte. Und in diesem Stil schrieb ich weiter.

Wer immer auch hinter diesem Anschlag steckte, er hat mir einen großen Gefallen erwiesen. Ich habe kennengelernt, was Schreiben heißt. Für mich bedeutet Schreiben: einen Kanal öffnen und dann fließen lassen und meinen Gedanken- und Textfluss nicht zu behindern.

Daraus wurden Texte, wie ich sie von den Basaris, den Geschichtenerzählern auf den Basaren kannte. So ein Geschichtenerzähler musste immer spannend erzählen, sonst standen die Zuhörer auf und warfen kein Geld ein und der Geschichtenerzähler und seine Familie musste hungern.

Liebe Grüße, Kiat

kreative-literatur 08/23/2009 10:19


Oh, dass ist schlimm. Also immer also Texte auf der Festplatte, der externen Festplatte und einiges USB-Sticks speichern. Damit bin auch ich bis jetzt ganz gut gefahren.
Wie kann man nur so gemein sein und absichtlich jemand anders Texte so mutwillig zerstören? Bäh.

Trotzden finde ich es klasse, dass du durch diesen Zufall entdeckt hast dass die Zweitfassung manchmal um Längen besser sein kann :-)


Reinhold Einloft 08/18/2009 13:11

Festplattennirvana!- wunderschön. Irgendwann werden wir sie wiedertreffen, die verlorenen Texte. Herrlicher Gedanke. Dann können wir weiter schreiben im Nirvana.

kreative-literatur 08/18/2009 13:54


Hoffentlich, aus all den verwundenen Texten kann zumindest ich bald ein Buch binden.


Jan 08/17/2009 18:06

Man breche in Tränen aus und stelle fest, dass es ohne die keine bessere zweite Fassung geben könnte. Und man merke auch, dass einem das eigene Geschriebene etwas wert ist. Das ist doch schön!

sonara 08/17/2009 16:06

Wer kennt das nicht?
Aber manchmal ist die zweite Fassung die bessere, dann ist die Welt wieder in Ordnung. ;-)

kreative-literatur 08/17/2009 16:17


Da hast du recht, aber der Schock in der ersten Sekunde ist so groß, dass man am liebsten sofort in Tränen ausbrechen würde.